FC Vorwärts Frankfurt-Oder


FC Vorwärts Frankfurt-Oder

Gegründet: 02. August 1951

Vereinsfarben: Gelb-Rot

Internet: www.fcvfrankfurt.de

Erfolge: Mitteldeutscher Meister 1909 (VMBV)

DDR Meister 1958, 1960, 1962, 1965, 1966, 1969

DDR-Vizemeister 1957, 1959, 1970, 1983

FDGB-Pokalsieger 1954, 1970

FDGB-Pokalfinalist 1956, 1976, 1981

Brandenburger Landesmeister 1997, 2003

 

 

 

 

 

Die Geschichte des Vereins

 

FC Vorwärts Frankfurt-OderDer heutige Frankfurter FC Viktoria hat eine sehr bewegte Vergangenheit. Unter dem Namen der Vorgängermannschaften ASK Vorwärts Berlin (1954–1965) bzw. FC Vorwärts Berlin (1966–1971) erreichte der Club sechs Meistertitel in der DDR-Oberliga sowie zwei FDGB-Pokalsiege. Der nacheinander in Leipzig, Berlin und Frankfurt (Oder) beheimatete Verein war damit einer der erfolgreichsten der DDR-Fußballgeschichte. 1951–1953: Leipziger Epoche Gegründet wurde er Anfang der fünfziger Jahre in Leipzig als eine von mehreren Sportgruppen der Armeesportvereinigung Vorwärts. Nach sowjetischem Vorbild sollte diese Armeesportvereinigung (ASV) als sportliches „Aushängeschild“ der nationalen Streitkräfte dienen, deren Aufgaben zum damaligen Zeitpunkt, bis zur Schaffung der Nationalen Volksarmee 1956, von der Kasernierten Volkspolizei wahrgenommen wurden. Nachdem die Leipziger Sportgruppe eine 1951 durchgeführte ASV-interne Meisterschaft zur Ermittlung der besten Vorwärts-Mannschaft gewann, wurde diese für die Saison 1951/1952 als Vertreter der ASV Vorwärts ohne sportliche Qualifikation in die Oberliga eingestuft. Dabei bekam die Sportgruppe die neue Bezeichnung SV Volkspolizei (VP) Vorwärts Leipzig. Das erste Mal erwähnt wurde dieser Name am 2. August 1951 (das genau Gründungsdatum ist unbekannt). Als einziger Verein der DDR-Oberliga mussten die Armeesportler zweimal in eine andere Stadt „umziehen“, was wiederholt zur Änderung der Vereinsbezeichnung führte. Alle Spieler und Trainer des Vereins bekamen bis zur Wende automatisch einen Dienstgrad der NVA zugewiesen. In ihrer ersten Saison trat die SV Vorwärts zunächst in den Farben Schwarz-Rot-Gold an. Die Heimspiele wurden im Wackerstadion im Leipziger Stadtteil Gohlis ausgetragen. Bereits während der Saison kam es zur ersten Umbenennungen in SV Vorwärts der Hauptverwaltung Ausbildung (HVA) Leipzig. Die Mannschaft erreichte jedoch nur den 15. Platz und sicherte sich somit erst spät den Klassenerhalt. In der Folgesaison kam es dann zu einer Reihe von Veränderungen. Neben den Klubfarben (zum traditionelle Rot-Gelb) wurde am 2. November 1952 erneut der Name geändert in SV Vorwärts der Kasernierte Volkspolizei (KVP) Leipzig. Darüber hinaus wurden im Laufe der Spielzeit acht Spieler vom sportlich stärker eingeschätzten Lokalrivalen BSG Chemie Leipzig abgeworben, was jedoch den Zorn der Leipziger Fußballanhänger nach sich zog. Doch trotz der Verstärkungen trat Vorwärts keine Leistungsverbesserung ein. Stattdessen stieg der Klub aus der Oberliga ab. Bereits die letzten Spiele der Saison wurden im Ost-Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark unter neuem Namen ausgetragen. 1953–1971: Berliner Epoche Die Delegierung der Sportvereinigung in die Hauptstadt der DDR hatte mehrere Gründe. Zum einen war Vorwärts gegenüber Chemie in Leipzig nicht sehr beliebt. Des Weiteren sollte Berlin in der Oberliga vertreten sein (was bereits in den Jahren zuvor zu umstrittenen sportpolitischen Entscheidungen geführt hatte). Die im Osten Berlins ansässigen Oberliga- und Liga-Mannschaften hatten das Problem, dass viele der besten Spieler durch die zu jener Zeit noch offene Grenze zu West-Berliner Vereinen abwanderten. Unter derartigen Bedingungen konnte kein Ost-Berliner Club auf Dauer mit den Vereinen aus der restlichen DDR konkurrieren. Ein dauerhaftes Fernbleiben von Berliner Vereinen aus der obersten Spielklasse der DDR sollte allerdings aus Prestigegründen unbedingt vermieden werden. Daher wurde der Plan umgesetzt, mit der Delegierung von Vorwärts Leipzig eine möglichst konkurrenzfähige Oberliga-Mannschaft mit einem weitgehend „fluchtresistenten“ Kader aus Armeeangehörigen zu etablieren. Zur Saison 1953/1954 trat daher der SV Vorwärts der KVP Berlin an.

FC Vorwärts Frankfurt-OderEin Jahr später wurde mit dem SC Dynamo Berlin eine weitere Mannschaft der „uniformierten Kräfte“ in Berlin installiert (in diesem Fall wurde die SG Dynamo Dresden nach Berlin delegiert). Ein Grund für diese Entscheidung könnte darin gelegen haben, dass dem Armeefußballern nicht allzu viel Vertrauen entgegenkam, nachdem sie bereits in Leipzig nur schwache Resultate hatten. Dynamo Dresden dagegen war 1953 Meister und 1954 Dritte geworden. In ihrer ersten DDR-Liga-Saison wurde SV Vorwärts erneut mehrmals umbenannt. Der Änderung am 27. September 1953 in Zentraler Sportklub der Armee (ZSK) Vorwärts der KVP Berlin folgte am 7. März 1954 ZSK Vorwärts Berlin als neuer Name. Mit dem neuen Namen und dem neuen Standort hatte die Mannschaft mehr Erfolg und schaffte den Wiederaufstieg. Außerdem konnte man den Pokal gegen den favorisierten Oberligisten Motor Zwickau gewinnen. Zu dieser Zeit pendelte die Mannschaft weiterhin noch zwischen dem Trainingszentrum und Wohnsitz in Leipzig und der Heimspielstätte in Berlin. Da sich dies negativ auf die Leistung auswirkte, wurde der Standort des Klubs während der Saison 1954/1955 nach Strausberg (östlich von Berlin) verlagert. Die Spieler sollten ebenfalls den Wohnsitz wechseln, was 16 Spieler ablehnten und stattdessen in Leipzig blieben. Sie bildeten dort zusammen mit der in Leipzig verbliebenen Reservemannschaft des alten SV Vorwärts Leipzig sowie der zweiten Männermannschaft des SC DHfK Leipzig die Mannschaft des neugegründeten SC Vorwärts Leipzig (der aber nach der Saison nach Cottbus delegierte wurde und dort als Vorwärts Cottbus antrat).Erfolge als ASK Vorwärts Die nach Berlin umgezogenen Spieler wurden durch die Hälfte der ersten Mannschaft des SC DHfK Leipzig verstärkt (die andere Hälfte ging größtenteils zum SC Dynamo Berlin). Zunächst gehörte Vorwärts aber weiterhin zum Mittelmaß der Oberliga und belegte nacheinander die Plätze acht (1954/1955), zehn (in der Übergangsrunde 1955) und sechs (1956). Am 31. Oktober 1956 wechselte erneut der Name in Zentraler Armeesportklub (ZASK) Vorwärts Berlin. Unter dieser Bezeichnung erreichte man auch das Finale im FDGB-Pokal 1956 (welches gegen den SC Chemie Halle-Leuna verloren wurde). Im Februar des darauffolgenden Jahres hieß der Klub dann nur noch ASK Vorwärts Berlin, womit die erfolgreichste Epoche des Klubs begann. In den fünf Spielzeiten zwischen 1957 und 1962 erreichte das Team immer Platz eins oder zwei. Drei Mal (1958, 1960, 1961/1962) wurde man Meister und durfte am Europapokal der Landesmeister teilnehmen. Außerdem wurde der ASK bei der ersten Austragung des Europapokals der Pokalsieger als Vertreter des DFV entsendet. Eine Höhepunkt dieser Zeit war das Erstrundenspiel im Landesmeisterwettbewerb 1959/1960 gegen die Wolverhampton Wanderers, dass man vor 65.000 Zuschauern im Walter-Ulbricht-Stadion 2:1 gewann. Umbenennung in FC Vorwärts Nachdem man 1963 Dritter und 1964 Fünfter geworden war, folgte 1965 der vierte Meistertitel. Dieser konnte 1966 erfolgreich verteidigt werden. Allerdings wieder unter einem neuen Namen. Im Jahr 1965 wurde dem Fußball ein Sonderstatus im DDR-Leistungssport eingeräumt, dessen Absicht in einer gezielten Förderung dieser Sportart lag. In dessen Folge wurden neben Berlin zumeist in den Bezirksstädten der DDR vereinzelt Fußball-Sektionen aus den Sportclubs ausgelagert, um als eigenständige Fußballclubs den Spielbetrieb fortzusetzen. Beim ASK Vorwärts erfolgte die Ausgliederung dieser Sektion am 18. Januar 1966, deren Bezeichnung fortan FC Vorwärts Berlin lautete. Auch der Stadtrivale Dynamo wurde ab 1966 unter dem neuen Namen BFC Dynamo als selbstständiger Fußballclub weitergeführt. Mit dem ebenfalls in diesem Jahr neu gegründeten 1. FC Union Berlin (vorher TSC Berlin) war die Hauptstadt letztendlich mit drei Fußballclubs in der obersten Spielklasse vertreten. In den folgenden Jahren bis 1970 kam die Konkurrenz innerhalb der Stadt überraschenderweise nicht vom BFC Dynamo, der kurzzeitig sogar abstieg, sondern vom 1. FC Union Berlin. 1967 lagen die Unioner vor Vorwärts in der Tabelle und 1968 gewannen sie den Pokal. Doch in der Saison 1968/1969 wurde das Kräfteverhältnis aus Vorwärts-Sicht wieder zurechtgerückt, als man die sechste Meisterschaft einfuhr und die Berliner Mitkonkurrenten auf den Plätzen zehn (Dynamo) und 13 (Union) landeten. In der Folgesaison wurden die Armeefußballer Vizemeister und zum zweiten Mal Pokalsieger. Vorwärts Berlin war damit die prägende Mannschaft der späten 1950er und 1960er Jahre gewesen. In Berlin stand man deutlich vor dem Team von Dynamo, welches 1954 noch mit größeren Höffnungen in die Hauptstadt delegiert worden war. Bis auf zwei Ausnahmen lag Vorwärts in der Tabelle immer vor Dynamo und entschied auch den direkten Vergleich mit 14 Siegen sowie jeweils acht Unentschieden und Niederlagen für sich.

FC Vorwärts Frankfurt-Oder1971 bis heute: Frankfurter Epoche Am 31. Juli 1971 wurde der Verein nach einem Beschluss des Verteidigungsministeriums nach Frankfurt (Oder) delegiert. Die Hintergründe dieser Verlegung wurden niemals öffentlich dargelegt, jedoch gilt als sicher, dass MfS-Chef Erich Mielke hierbei eine entscheidende Rolle gespielt hat, indem er den zu der Zeit amtierenden Verteidigungsminister Heinz Hoffmann von der „Notwendigkeit“ einer Versetzung des Vereins in die Bezirksstadt überzeugte. Dieser Umstand ließ Vermutungen laut werden, dass der von Mielke bevorzugte BFC Dynamo (Mielke selbst war Vorsitzender der Sportvereinigung Dynamo) zum elitären Hauptstadtverein aufgebaut werden sollte und man sich mit dieser Maßnahme gleichzeitig des deutlich erfolgreicheren und weitaus populäreren Lokalrivalens entledigen wollte. Auch die 1971 in die DDR-Liga aufgestiegene Mannschaft von Dynamo Frankfurt wurde darauf hin nach Fürstenwalde verlegt und spielte fortan als Dynamo Fürstenwalde. Die letzte Berliner Saison des FC Vorwärts (1970/71) endete im Mittelfeld der Tabelle. Immerhin gelang in dieser Spielzeit noch der Vorstoß ins Viertelfinale des Europapokals der Pokalsieger. Doch an die Erfolge der Berliner Zeit konnte der FC Vorwärts danach nie wieder anknüpfen. Der umgezogene FC Vorwärts spielte in der Oderstadt fortan unter der Bezeichnung FC Vorwärts Frankfurt (Oder). Nachdem sie die Saison auf dem 12. und letzten Nichtabstiegsplatz beendet hatte, erreichte die Mannschaft 1976 relativ unerwartet das FDGB-Pokal-Finale. Dieses wurde allerdings deutlich mit 0:3 gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig verloren. In der Saison 1977/78 konnte schließlich der Abstieg nicht mehr verhindert werden. Der FC Vorwärts musste nach 1953 zum zweiten Mal in seiner Vereinsgeschichte den Gang in DDR-Liga antreten. Jedoch konnte in der darauf folgenden Saison der sofortige Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse erreicht werden. Anfang der achtziger Jahre erlebte der FC Vorwärts Frankfurt seine sportliche Wiederauferstehung, als er sich in drei aufeinander folgenden Spielzeiten für die Teilnahme am UEFA-Pokal qualifizieren konnte. Darüber hinaus erreichte man 1981 wiederum das Finale im FDGB-Pokal, wo man jedoch abermals gegen Lok Leipzig den Kürzeren zog (1:4). Außerdem gab es in der Saison 1982/83 mit der Vize-Meisterschaft die bislang beste Platzierung des Vereins in der Frankfurter Ära – bezeichnender Weise hinter dem früheren Lokalrivalen BFC Dynamo, der seit einigen Jahren die Oberliga dominierte. Am Ende der Saison 1987/88 musste der FC Vorwärts erneut in die Zweitklassigkeit. Auch hier spielte der BFC eine wesentliche Rolle, als dieser am letzten Spieltag durch einen 1:0-Heimerfolg den Abstieg der Frankfurter Gäste besiegelte. Die Niederlage der Oderstädter bewahrte gleichzeitig den zweiten Klub aus der Hauptstadt, Union Berlin, vor dem schon sicher geglaubten Ausscheiden.Neugründung 1991 – Der Beginn von „Viktoria“Mitten in der Winterpause der Saison 1990/91, genauer am 07. Februar 1991, wurde der Verein als „FC Victoria´91 Frankfurt (Oder)“ gegründet. Er ging aus dem „FC Vorwärts Frankfurt (Oder)“ hervor, der tags zuvor aufgelöst wurde. Der „FC Vorwärts“ stand stets in Verbindung mit der Nationalen Volksarmee (NVA) der DDR. Nach der politischen Wende in der DDR und der Wiedervereinigung Deutschlands am 03. Oktober 1990 wurde auch die NVA aufgelöst und dessen Angehörige von der Bundeswehr teilweise übernommen. Das Bundesministerium für nationale Verteidigung hatte aber schon frühzeitig geäußert, kein Interesse an der professionellen Unterstützung eines Fußballvereins zu haben. Allerdings hat man sich bereit erklärt, für eine Übergangsphase, den „FCV“ als NVA-Altlast finanziell zu unterstützen, um zumindest den Spielbetrieb bis zum Ende der Saison 1990/91 zu sichern. Die Neugründung hatte einzig den Zweck, sich vom Image des Armeevereins zu lösen und sich neue Strukturen sowie einen neuen Namen zu geben. Man folgte damit den in Mode gekommenen Trend vieler anderer Ex-DDR-Vereine sich einen anderen Namen zu geben um sich von dem vermeintlich negativen Image, zugunsten besserer Perspektiven bei Vermarktung und Sponsoring, zu distanzieren. Mit der Wahl des Namens „Victoria“ bezweckte man nun, an die Tradition des FSC Viktoria 04 anzuknüpfen, der bis zum Ende des 2.Weltkriegs in Frankfurt (Oder) existierte. Der FC Victoria übernahm sämtliche Spieler und Trainer als Angestellte der Bundeswehr sowie den Oberliga-Startplatz seines Vorgängers. Die letzte Halbserie der nun als NOFV-Oberliga bezeichneten DDR-Oberliga war geprägt von der bevorstehenden Abwicklung des Armeevereins. Sämtlichen Spielern, Trainern und Angestellten wurde zum 30. Juni 1991 gekündigt und jeder war in erster Linie damit beschäftigt, seine persönliche Existenz für die Zeit danach zu sichern. Einerseits wurde talentierten Spielern schon frühzeitig der Kopf verdreht, indem man ihnen Hoffnungen machte, Bundesliga-Profi werden zu können, andererseits war den meisten klar, dass ihr sportliches Talent zukünftig nur für den Amateur-Fußball reichen würde. Daher machten sich viele Spieler auf die Suche nach einem regulären Arbeitsplatz. Das konnte man auch an den Ergebnissen ablesen, die in der Endabrechnung zum letzten Tabellenplatz führten. Der FCV wurde aufgrund dieser Platzierung für die Saison 1991/92 in die neu geschaffene drittklassige NOFV Oberliga eingegliedert. Durch die ausgesprochenen Kündigungen zum 30. Juni 1991 kam es zu einer wahren Abwanderungswelle des kompletten Oberliga-Kaders. Talentierte Spieler wie Thomas Rath (Hertha BSC), Thomas Bleck und Roland Wendt (beide Borussia Mönchengladbach) verließen den Verein wegen besserer sportlicher Perspektiven. Alle anderen Spieler/Trainer kehrten Frankfurt den Rücken, weil sie nur anderswo Arbeitsplätze finden konnten. Der 01. Juli 1991 muss somit als das wahre Geburtsdatum des „FC Victoria ´91“ gelten, der 30. Juni 1991 als das eigentliche Ende des “FC Vorwärts”. Der FCV wurde für die Saison 1991/92 in die neu geschaffene drittklassige NOFV-Amateur-Oberliga eingegliedert. Einzig und allein der Erhalt der 3. Spielklasse konnte das Ziel sein und das neue Trainergespann Jürgen Alexander/Siegfried Quilitzsch war beim Aufbau der neuen Mannschaft wahrlich nicht zu beneiden.

FC Vorwärts Frankfurt-OderVom Kader der Saison 1990/91 blieb lediglich der hoffnungsvolle Nachwuchsstürmer Klaus Hering übrig. Aus der Not heraus wechselte die 1.Mannschaft des SV Preußen-electronic Frankfurt (Oder) (ehemals BSG Halbleiterwerk) zum FCV. Dazu gesellten sich eine Reihe von teilweise erst 17jährigen Nachwuchsspielern und als Korsettstangen dienten Spieler wie Mathias König, Axel Geisler, Andre Jarmuskiewicz oder Eckhardt Kreutzer, die ihre aktiven Karrieren eigentlich schon beendet hatten und nun nochmal ihre Töppen aus dem Schrank holten. Abgestempelt als Abstiegskandidat Nummer 1 schaffte diese zusammengewürfelte Truppe überraschend den Klassenerhalt. Rene´Thieme oder Dirk „Speedy“ Konzer, von Preußen gekommen, waren damals die Leistungsträger, schafften später sogar den Sprung eine Etage höher zum Eisenhüttenstädter FC Stahl. Ein Jahr später war das Kapitel Amateur-Oberliga aber dann doch beendet, startete der inzwischen in „Frankfurter FC Viktoria´91“ umbenannte Verein in der viertklassigen Verbandsliga. Mit der letztmaligen Umbenennung wurden zwischenzeitlich auch die Vereinsfarben in Rot-Grün-Weiß geändert. Nach vier Verbandsliga-Jahren von 1993 bis 1997 gelang wieder die Rückkehr in die Amateur-Oberliga, die man in den darauffolgenden zwei Spielzeiten auch halten konnte. In dieser Zeit war der Verein dank zahlreicher finanzkräftiger Sponsoren in der Lage, überdurchschnittliche Spieler und Trainer zu verpflichten. Durch die Einführung der Regionalliga und die damit verbundene Reduzierung der NOFV-Oberliga von drei auf zwei Staffeln gab es in der Saison 1999/2000 gleich 6(!) Absteiger aus jeder Staffel. Nach dem 5.Platz in der Vorsaison stand der FFC von Anfang an etwas überraschend im Abstiegskampf, dennoch wurde die Mannschaft als stark genug eingeschätzt, die Klasse zu halten. Im vorletzten Spiel hatte man es in dieser Hinsicht selbst in der Hand, aber gegen Mitkonkurrent Greifswalder SC versagten nach einer 1:0-Führung die Nerven und das Spiel ging im heimischen Stadion mit 1:3 verloren. Somit kam es am letzten Spieltag zu einem echten Endspiel beim Brandenburger SC Süd 05, der seinerseits schon so gut wie abgestiegen war und zuvor eine unglaubliche Serie von ungeschlagenen Spielen hingelegt hatte. Dem FFC genügte nur ein einziger Punkt um über dem ominösen Strich zu bleiben und den BSC in die Verbandsliga zu schicken. Wieder reichte 1:0-Halbzeitführung nicht, denn ein Doppelschlag des BSC in Halbzeit 2 führte dazu, dass die Havelstädter doch noch am FFC vorbeizogen. Nur eine Woche später hätte man sich mit einem Sieg im Landespokalfinale gegen den Regionalligisten SV Babelsberg 03 über den Abstieg hinweg trösten können, aber die Filmstädter erwiesen sich als cleverer und gewannen mit 2:1. Nach der Finalniederlage im Jahre 1993 (0:1) gegen den FC Energie Cottbus verpasste der FFC bereits zum zweiten Mal ganz knapp den Einzug in die erste DFB-Pokal-Hauptrunde. Eine dritte Chance dazu wurde in der Saison 2001/02 vergeben, als man wiederum knapp dem Lokalrivalen Eisenhüttenstädter FC Stahl (1:2) den Vortritt lassen musste, der sich einige Monate später über den SV Werder Bremen als Gegner im DFB-Pokal freuen durfte. Seit dem Oberliga-Abstieg 2000 und den damit verbundenen Verlust von Sponsoren bzw. der finanziellen Misswirtschaft der Jahre zuvor konzentriert sich der Verein mehr denn je auf die eigene Nachwuchsarbeit mit dem Ziel, möglichst viele Spieler für den Profibereich auszubilden. Die 1.Mannschaft lebt ebenfalls fast ausschließlich vom Nachwuchs, weil seitdem für hochkarätige Neuverpflichtungen das Geld und nach wie vor berufliche Perspektiven fehlen. In Frankfurt (Oder) sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht besonders rosig und mit den höherklassig vertretenden Sportarten in der Stadt wie Handball, Judo, Boxen etc. hält sich das Interesse möglicher Sponsoren am Fußball in Grenzen. Daraus resultierend hat sich der FFC mittlerweile fest in der Verbandsliga eingerichtet, obwohl im Jahre 2003 noch einmal überraschend die Rückkehr in die Oberliga gelang. Bereits ein Jahr später folgte allerdings postwendend und nicht ganz unerwartet die Rückkehr in die Verbandsliga. Mittlerweile kann man sogar froh sein, wenn die nun sechstklassige Brandenburg-Liga, wie die Verbandsliga inzwischen heißt, gehalten werden kann. In den vergangenen Jahren gab es eine hohe Fluktuation an Spielern, wobei meist die guten Spieler den Verein verlassen, aber die Lücken immer seltener durch Nachwuchsspieler adäquat ersetzt werden können. Auch die zwischenzeitlichen Regionalliga-Qualifikationen der A- bzw. B-Junioren wirkten sich nicht positiv auf den Männerbereich aus. Hoffnung auf Besserung keimte im Jahre 2008 auf, als es seitens der Fußballabteilung des SV Preußen Frankfurt (Oder) (derzeit Landesliga Süd) eine Anfrage gab, mit dem FFC Viktoria´91 zu fusionieren und unter einem neuen Namen die Kräfte zu bündeln. Was von langer Hand geplant wurde, platzte dann Anfang 2009. Ende des Jahres 2009 gab es einen Versuch, den Verein wieder nach seinem Vorgänger „FC Vorwärts“ zu benennen, aber der Antrag zu dieser Satzungsänderung wurde von der Mitgliederversammlung abgelehnt. Die Gründe dafür dürften vielschichtig, aber in erster Linie an der fehlenden Unterstützung der Sponsoren zu finden sein. Immerhin wurde auf der gleichen Mitgliederversammlung verkündet, dass “Viktoria” erstmals wieder schuldenfrei ist. Einen kleinen Lichtblick in struktureller Hinsicht gibt es auch. Im Jahr 2010 soll auf dem Gelände des Stadion der Freundschaft für knapp eine Million Euro ein neues Funktionsgebäude entstehen. Die Mannschaft konnte die Saison 2009/2010 in der Brandenburgliga mit dem 10. Platz abschließen.

Nach einer durchwachsenen Saison konnte der Verein das Spieljahr 2010/2011 mit dem 11. Platz abschließen.In der aktuellen Saison 2011/2012 belegt der Verein nach 14 Spieltagen den 13. Platz.

 

Quellenangabe: 06.12.2011, FC Vorwärts Frankfurt-Oder und Wikipeda




Auf den Beitrag antworten.


Du must eingeloggt sein um zu Kommentieren.